Musik und Klima

Schaden begrenzen.

Digitaler Musikkonsum

Digitaler Musikkonsum, wie beispielsweise durch Audio-Download und Audio-Streaming ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der Klimabilanz der Musik. Digitaler Konsum von Musik ist in allen Genres in den letzten Jahren sehr stark gestiegen. Musikkonsum durch Streaming hat 2019 weltweit mit 56,1% den größten Anteil an allen Konsumarten von Musik. Zum Vergleich: Physisch, also beispielsweise von CDs konsumiert wurden anteilig nur 21,6% (Quelle: IFPI).
2010 hoffte man noch, dass die Treibhausgasemissionen sinken würden, je mehr Musik digital konsumiert würde (Weber, Koomey & Matthews). Diese Prognose hat sich leider nicht bewahrheitet. Zwar gingen die Plastikmengen der CD-Herstellung in den vergangenen Jahren stark zurück, doch anders als damals erwartet, wird Musik nicht hauptsächlich als Download erworben und dann wieder und wieder konsumiert, sondern viel öfter wird die Musik gestreamt. Das bedeutet die Datenmenge eines Songs werden bei jedem Hören aufs Neue heruntergeladen.
Hauptsächlich verantwortlich für die hohen Emissionen von digitalem Konsum ist der immense Energieverbrauch, der bei der Herstellung und Nutzung von Endgeräten und der Speicherung, der Verwaltung und dem Transfer der großen Datenmengen verbraucht wird. Dies betrifft die einzelnen Vebraucher*innen, als auch insbesondere die führenden Konzerne der IT-Branche, Internetplattformen, Streamingdienste, u.Ä. Diese verwenden riesige Rechenzentren, welche Unmengen an Strom verbrauchen, nicht zuletzt wegen der permanenten Kühlung der Geräte.

Relevante Faktoren zur Verbesserung der Klimabilanz beim Musikhören:

Quellen
global music report 2020 – IFPI: Daten zur globalen Musikindustrie im Jahr 2019

The cost of music – Brennan, M., & Devine, K. (2020): Ökologische Auswirkungen der medialen Speicherung von Musik

Clicking clean – Gary Cook, e.a. (Januar 2017): Wer gewinnt das Rennen um ein grünes Internet?

Weber, C. L., Koomey, J. G., & Matthews, H. S. (2010). Journal of industrial ecology. The energy and climate change implications of different music delivery methods, Vol. 14, No. 5, 754-769. Yale University.

Johanna Sandhäger

Weiterführende Literatur:
Devine, Kyle: Decomposed. The political ecology of music, London 2019

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